Liebe geht durch den Magen

Jetzt bin ich schon wirklich groß. Mein erster Geburtstag ist vorbei und ich bin ein richtiger Teenager. Pubertät nennen die Menschen das. Nicht immer leicht, das kann ich Euch sagen. Weder für mich, noch für Andrea...

Schritt für Schritt verändert sich alles ein bisschen, aber eines ist geblieben: meine Leidenschaft fürs Fressen. Leider wird mir nur zwei Mal täglich ein Menu serviert, morgens und abends. Für mein Gefühl könnte der Napf ruhig ein bisschen voller sein. Aber gut, auch als Hund sollte man auf die schlanke Linie achten. Aber zum Glück tut das Andrea für mich.  Sie  hat immer das „richtige Maß“ im Blick, jetzt, wo ich nicht mehr soviel wachse... Trotzdem hat Tatjana beim letzten Training gesagt, dass ich ein bisschen „zu viel auf den Rippen“ habe. Sogar das Wort „Diät“ ist gefallen und ich hoffe sehr, dass Andrea das überhört hat. Ich weiß, dass sie selber gerne isst, deshalb macht sie aus unseren Mahlzeiten ein richtiges kleines Ritual. Bei der Zubereitung sitze ich jedes Mal ganz dicht bei ihr. Es könnte ja was runterfallen. Mein Fressen wird also mit viel Liebe zubereitet und ist  entsprechend lecker. Ich verrate Euch mal das Rezept, denn ich passe immer ganz genau auf, wenn Andrea mit meinem Futternapf hantiert: Also, man nehme zwei Hand  voll Trockenfutter, drei Nocken  Nassfutter und einen Schlag Hüttenkäse.  Dazu etwas Frisches, einen Apfel zum Beispiel, eine Karotte oder geriebene Rote Beete. Darüber ein paar Kräuter, die wunderbar duften. Das stärkt mein Immunsystem und lässt mein Fell schön glänzen. Wenn das Mahl bereitet ist, gehe ich ganz gesittet neben Andrea zu meinem Fressplatz - und das kann überall sein, auch mal der Kofferraum, wenn wir unterwegs sind. Zuhause esse ich meistens im Garten, wenn es nicht gerade regnet.

Bleibt Andrea stehen,  setzte ich mich brav hin, wobei mir das Wasser im Maul zusammen läuft, und warte auf das heiß ersehnte „Okay“, was „jetzt darfst Du fressen“ bedeutet. Und weil mir Fressen echt wichtig ist, halte ich mich an diese Regeln – zumindest bei den offiziellen Mahlzeiten. Denn wenn wir spazieren gehen, gemeinsam durch die Wälder streifen oder am Fluss entlang schlendern, finde ich immer mal wieder etwas, das mir schmeckt. Einen Apfel zum Beispiel, oder Pflaumen, die vom Baum gefallen sind. Manchmal habe ich ganz viel Glück, und erschnüffle ein weggeworfenes Stück Pizza. Das lasse ich dann ganz fix verschwinden. Oder versuche es wenigstens. Meistens reagiert Andrea aber schneller als ich kauen kann, und holt mir den leckeren Fund wieder aus dem Maul. Ich lasse das gottergeben geschehen, weil ich weiß, Widerstand ist zwecklos. Andrea ahnt offensichtlich nicht, wie lecker kalte Pizza ist. Wenn ich sie fragend anschaue, erklärt sie mir, dass Hundehasser manchmal vergiftetes Essen am Wegrand verstecken. Es gibt also Menschen, die Hunde nicht mögen? Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Bis jetzt habe ich noch keinen getroffen.

Soviel für heute. Beim nächsten Mal erzähle ich Euch noch mehr über mein abwechslungsreiches Leben auf dem Weg zum Therapiehund.

Eure Audrey

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