Mein Weg zum Alzheimer-Hund

Audrey ist ein liebenswürdiger und sanftmütiger Vierpföter und wird, wenn sie groß ist, speziell für die Betreuung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen und demenziellen Veränderungen ausgebildet. Den demenziell veränderten Senioren wird die Retriever Hündin später im Alltag kleine Hilfestellungen geben. Sie bringt die Hausschuhe, das Brillenetui oder das Telefon und möchte im Gegenzug gefüttert, gekrault und gebürstet werden. Den Betroffenen vermittelt sie das Gefühl gebraucht zu werden. Sie ermuntert sie sich mitzuteilen, ruft Erinnerungen wach und knüpft so ein Band zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Die kalte und nasse Jahreszeit

Ich frage mich, ob es wohl allen so geht wie mir? Ich bin ein bisschen müde und träge, möchte eigentlich nur kuscheln, leckeres Essen und ganz viele Streicheleinheiten. Das graue Wetter da draußen, das lasse ich gerne einfach vor der Tür. Aber meine liebe Andrea sieht das ein bisschen anderes. Aber nun ganz von vorne ... Unter dem Weihnachtsbaum habe ich neues Spielzeug für mich entdeckt und da hatte ich gehofft, dass Andrea mit mir gemeinsam in der warmen Wohnung spielt, tobt und danach mit mir auf der Couch oder im Körbchen kuschelt.

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Das Geheimnis von Bindung und Beziehung

Puh, ich bin ganz schön geschafft. Heute hatten Andrea und ich Training bei Regina. Der super netten Trainerin, die das im Auftrag von VITA macht.

Jedes unserer gemeinsamen Trainings ist wirklich schön, aber auch immer anstrengend und dieses Mal musste ich mich besonders konzentrieren. Als ich aus dem Auto sprang stand da mein Lieblingsbruder Aidan. Da wollte ich natürlich sofort hin, aber stellt Euch vor, ich durfte nicht. Regina hat daraus eine Übung gemacht.

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Liebe geht durch den Magen

Jetzt bin ich schon wirklich groß. Mein erster Geburtstag ist vorbei und ich bin ein richtiger Teenager. Pubertät nennen die Menschen das. Nicht immer leicht, das kann ich Euch sagen. Weder für mich, noch für Andrea...

Schritt für Schritt verändert sich alles ein bisschen, aber eines ist geblieben: meine Leidenschaft fürs Fressen. Leider wird mir nur zwei Mal täglich ein Menu serviert, morgens und abends.

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Audrey und ihre Kumpel

Für mich geht es morgens schon echt früh los, denn Andrea steht an Wochentagen auf bevor der Hahn kräht und mich die ersten Sonnenstrahlen wecken können. Am liebsten möchte ich weiterschlafen, doch dann fällt mir schlagartig ein: Uhi, es geht raus! Denn das ist unser Morgenritual. Unsere erste gemeinsame tägliche Aktion, natürlich erst, wenn wir ausgiebig gekuschelt haben.

Weit ist es ja nicht, denn hinter unserem Haus und Garten ist eine große Wiese auf der ich mich so richtig austoben kann, ein Bach für mein morgendliches Bad und dahinter der Wald.

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Audrey über Stock und Stein

Dass wir Retriever sowas ähnliches wie Naturburschen und -mädels sind, weiß so ziemlich jeder, schließlich wurden unsere Vorfahren ja für die Jagd gezüchtet. Querfeldein, dem Wild hinterher. Auch ich bin mit Andrea am liebsten abseits der Wanderwege unterwegs, einfach über Stock und Stein, je abenteuerlicher desto besser.

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Pfütze, Flüsschen oder Strand ...

Heute war ein toller Tag. Ich bin mit Andrea durch Wiesen und Felder gestreift, und plötzlich habe ich es Plätschern gehört. Nase in die Luft – ja, ich hatte mich nicht getäuscht, es roch nach Wasser. Da gab es für mich kein Halten mehr. Sekunden später stand ich bis zum Bauch in der klaren, kalten Strömung eines Baches. Der hatte sich hinter einer kleinen Anhöhe verborgen, und als Andrea mich schnaufend wieder im Blickfeld hatte, musste sie herzlich lachen und zückte sofort ihr Handy.

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Mein neues Zuhause

Jetzt wird es aber Zeit, dass ich Euch auch mal vonmeinem Einzug bei Andrea erzähle. Ich weiß noch genau, wie ich im September letzten Jahres hier ankam.

Neugierig, wie ich nun mal bin, habe ich natürlich Haus und Garten gründlichst erforscht, vorsichtig zuerst – man kann ja nie wissen -  und dann mit immer mehr Selbstvertrauen. Mittlerweile sind es „mein Haus“ und „mein Garten“ und ich fühle mich super wohl hier.  Zuhause eben.

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Junghundschule, Training und ganz viel Spaß ...

Wie Ihr ja wisst, werde ich, wenn ich erwachsen bin, eine Therapeutin auf vier Pfoten. Schon klar, dass ich bis dahin noch ganz ganz viel lernen muss, aber ich freue mich schon sehr darauf. Ich durfte ja auch schon mal Bewohnerinnen und Bewohner besuchen und die waren immer begeistert, als ich an, und manchmal auch auf ihrem Bett aufgetaucht bin.

Ganz nach dem Motto „Früh übt sich, wer eine Meisterin werden will!“, so sagt das Andrea zumindest immer, gehen wir einmal in der Woche gemeinsam in die Junghundschule.

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Mein erster großer Auftritt

Gestern hat es in Strömen geregnet. Andrea und ich haben es uns deshalb zuhause gemütlich gemacht und Fotos geschaut. Von mir, als ich ganz klein war. Ich muss sagen, ich war ein richtig hübsches Hundebaby. Einmal durfte ich sogar mit vielen anderen Vierbeinern von VITA eine Charity-Gala besuchen und wurde auf dem roten Teppich fotografiert – zusammen mit einer hübschen Dame, die Nina Ruge heißt und wohl auch berühmt ist. Sie war sehr nett zu mir und hat mich durchgeknuddelt.

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Audreys 1. Geburtag

Am 29.5.2020 hieß es „Happy Birthday“ liebe Audrey.

Vor 365 Tage erblicke unsere kleine Audrey das Licht der Welt gemeinsam mit ihren Brüderchen und Schwesterchen. Das musste unbedingt gebührend gefeiert werden. Für ihre Patin Andrea, ihre Kolleginnen und Kollegen gab es ein Gläschen Sekt – selbstverständlich alkoholfrei -  ließen wir unsere Audrey doch in der Mittagspause hochleben, und natürlich köstliche Geburtstags-Hundeleckereien für das vierpfotige Geburtstagsmädchen. Ein aufregender Tag, wie Audrey ihrem Tagebuch anvertraute.

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